| |
|
Walter Haupt
geb.:
gest.: in Dresden |
"..Außer für Sport auf dem ich völlig versagte u. für Mathematik, die
mich kalt ließ, interessierte ich mich annähernd für alles..." schrieb
Walther Haupt in seiner Selbstbiographie, welche man im berühmten
Jechtschen Zettelkatalog unseres Stadtarchivs findet. Ein paar Seiten
weiter heißt es: "In der Münzkunde fand ich endlich die strenge Herrin,
die keine andere neben sich duldete und der ich Jahrzehnte hindurch
ausschließlich diente ..." Schließlich arbeitete er viele Jahre im
Bautzener Gebiet hauptberuflich als Lehrer, und ab 1949 baute er
engagiert das neue Oybin-Museum auf. Die Stadt
Görlitz übertrug Walther Haupt im Jahre 1954 die Leitung des Rats-
archivs. Die historischen Bestände der Stadt und der Oberlausitz
kamen seinen wissenschaftlichen Ambitionen entgegen, doch auch
aufwendige manuelle Arbeiten waren erforderlich, die Haupt trotz
des fortgeschrittenen Alters bewältigte. So konnten im November
1961 dank seiner Initiative Görlitzer Archivalien in 2400 Paketen mit
einem Gesamtgewicht von 23,8 t aus Polen wieder in das Ratsarchiv
zurückgeführt werden. Er sorgte auch für den Aufbau eines
Mikrofilmarchivs von etwa 70 000 Aufnahmen. 1961 begründete er die
"Schriftenreihe des Ratsarchivs der Stadt Görlitz". Mit den
umfangreichen Registern zu Görlitzer Briefbüchern beendete der
80jährige Walther Haupt seine Tätigkeit im Görlitzer Ratsarchiv.
Selbstverständlich gehörte, wenngleich nicht im heutigen Ausmaß, auch
Benutzerbetreung zu seinen Arbeitsaufgaben. Bereits 1957 war das
"Zinsregister des Klosters Marienstern" erschienen, und es entstanden
die Oberlausitzer Zinsurbaren. Den Höhepunkt seines Schaffens bildete
schließlich das 1974 erschienene zweibändige Standardwerk "Sächsische
Münzkunde". |
| |
|
|