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Richard Jecht
geb.: 4. 9.1858 in Neuglück bei Bornstedt (Mansfeld)
gest.: 25. Juli 1945 in Dresden |
Richard Jecht wurde am 4. September 1858 in Neuglück bei Born-
stedt (Mansfeld) geboren. Sein als Bergfaktor tätiger Vater konnte
ihm den Besuch des Gymnasiums in Eisleben und ein Studium an der
Hallenser Universität ermöglichen. Schließlich wurde er 1883 als
wissenschaftlicher Lehrer am altehrwürdigen Gymnasium Augustum in
Görlitz angestellt. Bereits 1884 trat der junge Dr. phil. in die
traditionsreiche Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften ein
und wurde 1889 zu deren Sekretär gewählt. Seit 1891 lag die Herausgabe
des Neuen Lausitzischen Magazins (NLM), der wissenschaftlichen
Jahreszeitschrift der Gesellschaft in seinen Händen. Jechts Leit- und
Grundsatz lautete:"Die Grundlage aller geschichtlichen Formen ist die
Kenntnis und richtige Einschätzung der Quellen."Im Jahre 1904 wurde dem
Pensionierungsgesuch des inzwischen zum Professor ernannten Richard
Jecht auf Grund seines Gehörleidens stattgegeben. Mit Wirkung vom 1.
Januar 1907 wurde er zum ersten hauptamtlichen Ratsarchivar der
Oberlausitz ernannt. Erst jetzt, wo er direkt ,,an der Quelle" saß,
waren die Voraussetzungen dafür gegeben, daß Richard Jecht der wohl
bedeutendste Oberlausitzer Historiker seiner Zeit wurde. Wenngleich
einige Bürger sicher Richard Jechts "Topographie der Stadt Görlitz"
favorisieren, gelten unter Fachleuten unumstritten die 5 insgesamt fast
4000 Seiten umfassenden Bände des "codex diplomaticus Lusatiae
superioris", in welchen Urkunden und Ratrechnungen der Stadt Görlitz
ediert sind, als Hauptwerk von Jecht. Von seinen weiteren Werken seien
hier noch stellvertretend genannt: - Quellen der Geschichte der Stadt
Görlitz bis 1600
- Allgemeine Geschichte der Stadt Görlitz im Mittelalter
- Der Oberlausitzer Hussitenkrieg und das Land der Sechsstädte
unter Kaiser Siegmund |
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