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Hildegard Burjan
geb.: 1883 in Görlitz
gest.:1933 |
"Industriellengattin,
Konvertitin, Mutter, Politikerin, Gründerin einer geistlichen
Schwesternschaft, tatkräftiges und aufopferndes Wirken im Dienste der
Kirche, überzeugend gelebter Glaube. Ein früh vollendetes und reich
erfülltes Leben!" So wird Hildegard Burjan in einem Faltblatt der von
ihr gegründeten Caritas Socialis beschrieben. 1883 im schlesischen
Görlitz als Tochter jüdischer Eltern geboren und vorerst
konfessionslos, studiert sie in Zürich und Berlin, heiratet 1907 und
promoviert ein Jahr später "mit Auszeichnung zum Doktor der
Philosophie". Bald darauf erkrankt sie schwer: "Nach mehreren
Operationen von den Ärzten aufgegeben, betrachtete sie ihre plötzliche
Heilung als Wunder. Ihre Konsequenz daraus: 'Dieses zweite, neue Leben
muß ganz Gott gehören.' Im August 1909 läßt sie sich taufen.
Unmittelbar nach ihrer Konversion führt sie der Beruf ihres Gatten nach
Wien. Hier schenkte sie unter neuerlicher Lebensgefahr einem Mädchen
das Leben. Sie setzte sich ein für die Bekämpfung der
Kinderarbeit, Organisation der ausgebeuteten Heimarbeiterinnen,
Gleichberechtigung der Frau; organisierte Nähstuben,
Lebensmittel-Verteilungsstellen, Hilfsaktionen für die verhungernden
Erzgebirgler, den 'Elisabeth-Tisch' für den verarmten Mittelstand." Als
erste und einzige christliche Frau, die 1919 in den Nationalrat einzog,
war sie nach den Worten ihres Beichtvaters Kardinal Piffl "das Gewissen
des Parlaments". Sie nahm"aus der Verantwortung eines Christen und im
Ausblick auf die Einflußnahme auf die soziale Gesetzgebung diese
Belastung auf sich". Sie trat für ein Hausgehilfinnen-Gesetz, Bildung
der Frau, private Fürsorgetätigkeit "und noch vieles andere" ein. Schon
1920 verzichtete sie auf die gesicherte Wiederwahl und
widmete sich nun ihrer 1919 ins Leben gerufenen Caritas Socialis,
eine "apostolische Schwesterngemeinschaft" als ... |
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