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August Moritz Böttcher
geb.: 1820
gest.:1907
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Am 1.Januar 1847 erhielt der knapp 27 jährige August Moritz
Böttcher vom Görlitzer Magistrat "... den Turnlehrerposten für den
Unterricht des Turnens, Fechtens und Schwimmens auf den hiesigen
städtischen Schulanstalten mit 400 Rthl. jährlichen Gehalt gegen halb
jährliche Aufkündigung. Als Hemmschuhe gegen die Sportbewegung hatten
zwischen 1838 und 1844 vor allem drei Faktoren gewirkt: 1. das
Mißtrauen der Behörden, 2. die Vorurteile der Eltern und 3. die
Bequemlichkeit der Schüler. Eine Schwimmschule für Knaben gab
es in Görlitz bereits ab 1838, doch erst nachdem man den zu
entrichtenden Geldbetrag herab gesetzt hatte, stieg die Teilnehmerzahl
im Jahre 1856 auf immerhin rund 500 an. Besonders umstritten war das
1849 auf Initiative von Böttcher eröffnete Mädchenbad von wegen der
Moral und Sittlichkeit. Bereits am 18. Januar 1847 nahmen im Gasthof
zum Kronprinz ("Am Zwinger") 20 Gymnasiasten und 40 Schüler der höheren
Bürgerschule die Vorturnerausbildung auf. Die feierliche Eröffnung des
städtischen Turnplatzes am 4.Mai 1847 ermöglichte es, daß die Görlitzer
Turnbewegung schon 1848 eine relativ breite Basis hatte. Unter
Mitwirkung des Kreisphysikus Dr. Massalien konnte am 1.Juli 1851 das
gymnastisch-orthopädische Institut Böttchers eröffnet werden, welches
wohl an das System des Schweden P.H.Ling angelehnt war. Eine Krise der
hiesigen Turnbewegung nach 1850 versuchte Böttger u.a. durch die
Ausbildung von Volksschullehrern zu begegnen, und ab 1855 veranstaltete
man in Görlitz Schulturnfeste. Zu einer weiteren Intensivierung der
Sportbewegung trugen am 20. Mai 1867 die Einweihung des neuen
Sportplatzes auf der Heiligen - Grab -Straße (Jahnsportplatz) sowie der
Ausbau des unteren Teils der Annenkapelle als Turnhalle 1871 bei.
August Moritz Böttcher, der 1907 hochbetagt verstarb, machte sein
reichhaltiges sportliches Wissen in Büchern publik, welche unsere
Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften aufbewahrt. |
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